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Team Interview

Gregor

Architektur ohne Elfenbeinturm: Gregor erklärt, warum Code mehr ist als nur Code.

Was steht auf deiner Visitenkarte?

Offen gestanden weiß ich es nicht. Ich habe irgendwann Visitenkarten bekommen, aber noch nie eine verteilt... In meiner Mailsignatur steht aber "Senior IT Consultant / Solution Architect".

Was macht ein Software Architect bei blu BEYOND?

Gute Frage, aber schwer zu beantworten. Wir haben ja eine sehr flexible Arbeitskultur, in der man durchaus recht unterschiedliche Dinge tun kann, die nicht unbedingt immer mit dem Jobtitel übereinstimmen müssen. Ich denke aber, man kann es etwa wie folgt beschreiben: Als Softwarearchitekt gibt man dem Programmcode, den die Entwickler bauen, einen Kontext. In dem Job versucht man, den Prozess eine Abstraktionsebene oberhalb der Software zu verstehen. Damit kann man den Entwicklern dann sehr oft die "warum eigentlich"-Frage beantworten, und das würde ich als meinen Hauptjob ansehen. Es geht jedenfalls ganz sicher nicht darum, sich theoretisch-abgehoben hinzustellen und Entwicklern realitätsferne Vorgaben zu machen.

Das klingt spannend und nach einer Aufgabe mit Mehrwert

Dem würde ich zustimmen. Man lernt zwangsweise eine Menge über das jeweilige Geschäft der Kunden.

Dann ist, dass das, was dir am meisten Freude bringt bei der Arbeit?

Ja, genau. Tatsächlich zu verstehen, was die Kunden eigentlich erreichen wollen und dabei auch den Kunden beim Verständnis der eigenen Prozesse zu unterstützen, ist befriedigender als man denken würde. Und es macht wirklich Spaß, dabei Leute aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen, die sonst nicht aus ihren Organisations-Silos herauskommen. Und ich höre mich selbst echt gerne reden, dazu habe ich oft Gelegenheit.

Worin siehst Du die größte Herausforderung?

Die Antwort mag überraschend sein, aber eigentlich fühle ich mich sehr selten herausgefordert im Sinne von "ich weiß nicht, was zu tun ist". Am ehesten kämpfe ich tatsächlich damit, Leerlauf zu überbrücken. Der Job verlangt ja nicht, dass man die ganze Zeit hektisch tippt oder zeichnet, sondern dass man jederzeit verfügbar sein muss, um Fragen zu beantworten. Das kann schon mal bedeuten, dass man zwischen zwei Meetings eigentlich nichts zu tun hat, aber auch nichts neues anfangen kann, weil man sich verfügbar halten muss. Wenn man aus der Entwicklerecke kommt, kriegt man da sehr leicht ein schlechtes Gewissen, weil man nicht die ganze Zeit beschäftigt wird. Das korrekt einzuordnen und damit klarzukommen, war für mich tatsächlich die größte Aufgabe.

Was sollte man unbedingt für diese Stelle können/ mitbringen?

Ich sehe da drei sehr wichtige Dinge: 1. Man muss mindestens so gut zuhören wie reden können, das ist manchmal schwer. 2. Man muss mit Leuten reden können, die einen komplett anderen fachlichen Hintergrund haben, als man selbst - und darf dabei NIE in die Arroganz verfallen, den Gegenüber für doof zu halten. 3. Man muss in Prozessen denken können und dazu in der Lage sein, diese Prozesse auf IT abzubilden. Tatsächlich sind die technischen Skills schon wichtig, aber ziemlich zweitrangig und sowieso projektabhängig. Es ist viel wichtiger, Abläufe verstehen und diese auch gut dokumentieren zu können. Wenn wir daraus eine etwas konkretere Anforderung ableiten wollen: Ich halte es für wichtiger, dass ein Architekt Prozesse in korrektem BPMN (Business Process Modeling Notation) aufmalen kann, als dass er ein Zertifikat für Cloud-Architekturen oder eine KI-Fortbildung hat.

Gregor, du bist ja schon sehr lange bei blu BEYOND, warum arbeitest du immer noch gerne bei blu BEYOND und was macht das Arbeiten hier so besonders für dich?

Ich bin ein sehr spezieller Typ: Hochgradig introvertiert, ADHS-betroffen und generell angeblich etwas schräg. In anderen Firmen wären, das alles Karrierekiller und ich würde, 90% meiner Energie darauf verschwenden, mich zu verstellen. Das ist bei der blu nicht nötig - hier haben die Chefs mit mir zusammen darüber nachgedacht, wie man all diese Besonderheiten nutzen und mich als Mensch intakt lassen kann. Könnte ich anderswo mehr Geld verdienen? Möglich. Aber zwei Jahre später wäre ich vermutlich psychisch am Ende. Da bleibe ich lieber bei den Leuten, für die ich als Mensch genauso wichtig wie als Ressource bin. Möglicherweise sogar wichtiger.

Wie kommst du nach der Arbeit am besten runter?

Ich komme nach der Arbeit eigentlich nicht "runter". Mein Job und die Freiheiten im Arbeitsablauf, die mir die Firma lässt, ermöglichen es mir, den ganzen Tag über immer wieder etwas Stress abzubauen. Ein Spaziergang zwischen zwei Terminen, ein 3D-Druck, der neben dem Meeting mitläuft, die Katze auf dem Schoß bei der Videokonferenz mit dem iPad auf der Terrasse... All das sind Dinge, durch die ich es inzwischen schaffe, Stress gar nicht erst aufkommen zu lassen. OK, manche Tage sind grottig, das gehört zum Leben - aber dafür haben wir ja Videospiele und Netflix.

Team member- Gregor
Team member- Gregory Ottman

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